Ein Fallbeispiel & Infos zu Fristen

Ein Wort zu den Fristen...

 

Ein paar juristische Begriffe können wir dir an dieser Stelle nicht ersparen:

 

  • Frist: Bezeichnet einen bestimmten Zeitrahmen oder Zeitpunkt
  • Verjährung: Bezeichnet einen Zeitpunkt, ab dem eine Abrechnung (aber auch ein Widerspruch) nicht mehr möglich ist bzw. eine Abrechnung nicht mehr bezahlt werden muss
  • Abrechnungszeitraum: Gibt den im Mietvertrag beschriebenen Zeitraum an, über den nachträglich eine Nebenkostenabrechnung erfolgt; in der Regel handelt es sich um 1 Jahr (angeglichen an das Kalenderjahr, also vom 01.01. bis 31.12.)
  • Abrechnungskorrektur: Dein Vermieter kann innerhalb von 12 Monaten nach dem Abrechnungszeitraum und damit auch nach einer bereits erstellten Nebenkostenabrechnung diese nochmals korrigieren

 

 

Einfacher wird es mit einem Beispiel:

 

Herr Müller wohnt zur Miete in einer Wohnung. Es ist der 15. März. Herr Müller erhält per Post von seinem Vermieter eine Nebenkostenabrechnung. Ist die Abrechnung rechzeitig eingetroffen? Ja. Sein Vermieter hat 12 Monate Zeit. Er könnte die Abrechnung also spätestens am 31.12. für das Vorjahr (nicht das laufende Jahr) Herrn Müller in den Briefkasten stecken. Danach, also ab dem 01.01. (12 Monate nach dem Abrechnungszeitraum) wäre sein Anspruch verjährt. Sein Vermieter könnte zwar eine Abrechnung erstellen und Herrn Müller zusenden; Herr Müller müsste diese jedoch nicht mehr bezahlen und könnte sich auf die Verjährung berufen (siehe auch unsere Musterbriefe).

 

Am 05. April erhält Herr Müller nun eine neue Nebenkostenabrechnung über den bereits abgerechneten Abrechnungszeitraum mit dem Hinweis, dass diese korrigiert wurde. Seinem Vermieter ist aufgefallen, dass er vergessen hatte, etwas abzurechnen. Ist dieses Vorgehen richtig? Ja. Sein Vermieter kann 12 Monate nach dem betroffenen Abrechnungszeitraum, auf den sich die korrigierte Nebenkostenabrechnung bezieht, noch Korrekturen vornehmen.

 

Nun hat Herr Müller zwei Möglichkeiten:

 

Er ist der Meinung, dass die Abrechnung und die erfolgte Korrektur richtig sind und möchte den Nachzahlungsbetrag überweisen. Ursprünglich hätte er die Überweisung 30 Tage nach Erhalt der Nebenkostenabrechnung vornehmen müssen. Er hatte sie am 15. März erhalten, seine Überweisung wäre also spätestens zum 15. April fällig gewesen.

Nachdem Herr Müller jedoch am 05. April eine Korrektur erhalten hat, beginnt auch diese 30-Tages-Frist für seine Zahlung neu. Eine pünktliche (fristgerechte) Zahlung ist damit bis zum 05. Mai möglich.

 

 

Frau Müller überzeugt nun aber Ihren Mann, dass sich eine Überprüfung lohnt. Sie hat Zweifel daran, dass die Abrechnung, insbesondere die Korrektur, richtig sind. Herr Müller entdeckt bei seiner Internetrecherche die Seite Nebenkostenprofi.de und möchte damit die vorliegenden Unterlagen prüfen. Allerdings steht der gebuchte Urlaub unmittelbar bevor und im Anschluss wird Herr Müller krank. So vergeht Zeit bis zum 06. August, bis er sich daran erinnert, die Abrechnungsunterlagen ja prüfen zu wollen. Die Nachforderung hat er allerdings noch vor seinem Urlaub mit dem Zusatz "Zahlung unter Vorbehalt" überwiesen, damit nichts passiert.

 

Ist es nun zu spät? Lohnt sich eine Prüfung überhaupt noch? Es ist nicht zu spät! Auf jeden Fall lohnt sich eine Prüfung auch jetzt noch! Herr Müller hat nach Erhalt der Nebenkostenabrechnung bzw. der Korrektur 12 Monate Zeit, diese zu prüfen und einen Widerspruch an seinen Vermieter zu senden, sollte sich ein Fehler ergeben (siehe auch unsere Musterbriefe). Hierfür ist es egal, ob eine Zahlung bereits erfolgt ist oder nicht.

 

Noch am gleichen Abend prüft er die Unterlagen. Tatsächlich ergibt sich, dass eine falsche Abrechnung vorliegt und der Nachzahlungsbetrag deutlich geringer ausfällt. Wäre ihm das vor der Zahlung aufgefallen, hätte er seinen Vermieter zur Erstellung einer korrekten Abrechnung auffordern und den richtigen Betrag überweisen können. Wie verhält er sich jetzt, nach der erfolgten Zahlung? Er sendet einen Widerspruch an seinen Vermieter, fordert ihn zur Korrektur des Fehlers und somit zur Rückzahlung des zuviel überwiesenen Betrages auf.

 

Wie geht alles weiter?

 

Herr Müller hat die Vorlage von Nebenkostenprofi.de verwendet und einen Widerspruch an seinen Vermieter geschickt.

 

Sein Vermieter hat den Fehler nach dem Brief eingesehen und sowohl die Abrechnung korrigiert als auch den zuviel bezahlten Betrag zurück überwiesen. Herr Müller war happy und empfiehlt seitdem Nebenkostenprofi.de allen seinen Bekannten und Arbeitskollegen. Von dem zurück bezahlten Betrag hat er seiner Frau ein schönes Wellnesswochenende spendiert... .